Big Bowlegs
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Billy Bowlegs, auch bekannt als Halpatter Mico, Holatta Micco und Big Bowlegs (* 1812; † 1863), war ein Häuptling der Seminolen.
Billy Bowlegs war Sohn reinblütiger Seminolen-Eltern, wahrscheinlich ein Nachkomme von Cowkeeper, dem Gründer des Stammes. Es heisst, dass sein Spitzname Bowlegs' vom Namen eines weissen Händlers abgeleitet sei, der seinerzeit in der Gegend bekannt war. Für die gelegentliche Namensinterpretation, er sei O-beinig gewesen, gibt es keinen historischen Nachweis. Man nimmt an, dass Häuptling Micanopy ein Onkel von ihm war.
Bowlegs unterzeichnete 1832 den Vertrag von Payne's Landing, widersetzte sich aber dann über 20 Jahre der darin vereinbarten Umsiedelung der Seminolen ins Indianer-Territorium.
Bei Ausbruch des 2. Seminolekrieges 1835 nahm er unter der Führung der anderen Häuptlinge an verschiedenen Gefechten teil, scheint aber selbst keine grosse Rolle gespielt zu haben. Erst in der Endphase des Krieges wird sein Name im Zusammenhang mit einem Angriff auf Camp Harney erwähnt (22. Juli 1839) und am 21.Dezember 1841 griff er Major William G. Belknap in einem Sumpfgebiet an. Bowlegs musste sich nach Verlusten jedoch ins südwestliche Florida zurückziehen. Er besuchte 1842 zusammen mit verschiedenen anderen Häuptlingen Washington und begann sich mit dem Ackerbau und dem Handel von Tierhäuten zu beschäftigen. Schon vor dem Besuch in Washington hatte er alle Kriegshandlungen eingestellt. Der 3. Seminolen-Krieg wurde 1855 durch die Verwüstung der Felder und unerlaubtem Baumfällen in Bowlegs Dorf durch die US-Armee ausgelöst. Bowlegs protestierte heftig, wurde aber von den Soldaten verspottet. Am nächsten Tag griff er mit mehreren Männern an und verwundete einige Soldaten. Trotz sofortiger Mobilmachung gelang es drei Jahre lang nicht, Bowlegs und seine wenigen Männer festzunehmen.
Anfang 1858 kapitulierte Bowlegs und wurde am 15. März 1858 mit 163 anderen Seminolen aus Florida ins Indianer-Territorium abtransportiert. Dort etablierte er sich rasch als angesehener Häuptling. 1858 reiste er auf Wunsch der Behörden noch einmal nach Florida und überredete 75 weitere in den Wäldern verschanzte Seminolen zur Aufgabe und zur Übersiedlung ins Indianer-Territorium. Nach Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges führte er unionstreue Seminolen nach Kansas in Sicherheit und kämpfte anschliessend als Captain auf Seiten der Nordstaaten, im Union Army’s First Indian Regiment. 1863 starb er an Pocken. Sein Grab befindet sich auf dem Fort-Gibson-Nationalfriedhof im Muskogee County in Oklahoma.