Black Hawk
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Ma-ca-tai-me-she-kia-kiak, besser bekannt als Black (Sparrow) Hawk (* um 1767 in Saukenuk; † 3. Oktober 1838 am Des Moines River), war ein Häuptling der Sauk- und Fox-Indianer.
Black Hawk wurde in Saukenuk, einem Dorf an der Mündung des Rock River, nahe des heutigen Rock Island (Illinois) als Mitglied des Donner-Klans der Sauk geboren.
Ungefähr 1788 folgte er seinem Vater Pyesa, der im Kampf gegen die Cherokee fiel, als Häuptling der Sauk und Fox nach. Schon bevor er die ersten Konflikte mit den weissen Amerikanern ausfocht, galt er unter seinen Leuten als erfolgreicher Krieger. Seinen ersten Skalp hatte er schon mit 15 Jahren genommen, später tötete er in einem Gefecht mit den Osage mehrere Männer; bei einem anderen Angriff auf die Cherokee tötete er drei Männer und nahm eine Frau gefangen. Als die Sauk und Fox 1804 ihr Land an die USA abtraten, widersprach er, da die Häuptlinge betrunken gewesen und von den Amerikanern über den Inhalt des Vertrages getäuscht worden seien. Im Rang eines Generals kämpfte Black Hawk 1812 im englisch-amerikanischen Krieg (in Rock Island, Campblell’s Island und Credit Island) in der Indianerbrigade unter Tecumseh auf britischer Seite. Trotz seiner kriegerischen Gesinnung zeigte er sich gegenüber Gefangenen menschlich. Als er sah, dass einige indianische Verbündete der Engländer ihre US-amerikanischen Gefangenen zu Tode folterten, ohne dass die Briten dagegen einschritten, forderte er den britischen General Henry Proctor auf, dies zu unterbinden.
Nach dem Friedensschluss zwischen den USA und England führte er den Kampf noch eine Weile fort und signierte erst im Mai 1816 den bereits erwähnten Vertrag von St. Louis. Black Hawk erklärte später, er habe bei Abschluss des Friedensvertrages 1816 nicht gewusst, dass er damit der Umsiedelung zustimme.
Keokuk, seit einigen Jahren sein Rivale in der Führerschaft der Sauk, zeigte sich aus Sicht der USA moderat und ging 1820 mit seinen Anhängern über den Mississippi nach Iowa. Black Hawk weigerte sich mit der Begründung, der Vertrag erlaube es den Sauk und Fox, in ihrem Land zu bleiben, solange es im Besitz der amerikanischen Regierung sei. Da noch nicht alles Land an die Siedler verkauft wäre, könne er solange bleiben.
Black Hawk blieb noch einige Jahre im Hauptdorf Saukenuk. Schliesslich befanden sich zu viele euro-amerikanische Siedler in der Umgebung von Saukenuk, so dass er den Mississippi überquerte, allerdings in der festen Absicht, wieder zurückzukehren. Er hat den Strom im Laufe der Jahre anscheinend mehrfach überquert. 1831 befand er sich wieder östlich des Mississippi, was sofort Miliz und Militär alarmierte, obwohl die Sauk offenbar nicht die Absicht hatten, jemanden zu bedrohen. Sein Dorf am Rock River wurde von den US-Amerikanern niedergebrannt und, ohne eine eigentliche Schlacht ausgefochten zu haben, sah sich Black Hawk im Juni 1831 gezwungen, mit General Gaines einen Friedensvertrag abzuschliessen und anschliessend wieder über den Mississippi nach Iowa zu gehen. Inhalt des Vertrages war unter anderem ein Verbot, jemals wieder den Mississippi nach Osten zu überqueren, sowie die Zusage, Keokuk als Oberhäuptling anzuerkennen. Black Hawk war jedoch nicht willens, sich auf diese Weise geschlagen zu geben und auf seine Heimat zu verzichten. Die beiden spirituellen Führer White Cloud und Neopope machten ihm Mut und sicherten ihm die Hilfe weiterer östlicher Stämme zu.
Daraus resultierte der Black-Hawk-Krieg im Jahre 1832. Im alten Stammesgebiet verbündeten sich die kriegerischen Sauk mit den Kickapoo, Potawatomi und Winnebago.
Bei Saukenuk Black Hawk und seine Krieger auf die ersten US-amerikanischen Streitkräfte. Unter den Milizleuten, die gegen Black Hawk mobilisiert wurden, befand sich Abraham Lincoln, der später einer der bedeutendsten Präsidenten der USA geworden ist. Lincoln hat indes an keinen Kampfhandlungen teilnehmen müssen.
Black Hawk zog nun den Rock River aufwärts. Am 14. Mai 1832 griffen starke Milizverbände unter Major Isaiah Stillman eine Kriegergruppe Black Hawks an, gerieten angesichts der Gegenwehr der Sauk jedoch plötzlich in Panik und flohen nach Süden zurück, während sich Black Hawk nach Norden in Richtung Wisconsin zurückzog.m Es kam zu Überfällen auf benachbarte Siedler, an denen sich auch Angehörige anderer Stämme beteiligten, die bis dahin nicht mit Black Hawk verbündet waren. Trotzdem verschlechterte sich die Versorgungslage der Sauk in den nächsten Wochen erheblich, da es in den unerschlossenen Gebieten am oberen Rock River zu wenig Nahrung gab. In der Nähe des heutigen Madison wurden Black Hawks Leute am 21. Juli 1832 von Milizleuten und Soldaten überraschend angegriffen und konnten sich nur unter Verlusten durch eine rasche Flucht retten. Black Hawk erreichte mit seinen Leuten am 01. August 1832 die Mündung des Black Axe River in den Mississippi, wo die Sauk unerwartet mit einem Dampfschiff konfrontiert wurden, das Soldaten und Geschütze transportierte. Die Soldaten begannen sofort mit Kampfhandlungen, obwohl Black Hawk verhandeln wollte, da die Situation aussichtslos geworden war. An den folgenden beiden Tagen wurden schätzungsweise 300 Indianer getötet, darunter viele Frauen und Kinder, die aus dem Kampfgebiet flüchten wollten. General Winfield Scott, der Oberkommandierende der Armee, behauptete später, in der Hitze des Gefechts habe man die Männer nicht von den Frauen und Kindern unterscheiden können, deshalb seien bei Black Axe viele Frauen und Kinder getötet worden.
Nach der Bad-Axe-Schlacht wurde Black Hawk von Ho-Chunk-Indianern gefangen genommen und nach Fort Crawford nahe Prairie du Chien, Crawford County (Wisconsin) gebracht. Aus den nun folgenden Verhandlungen folgte der Verkauf des Landes. Obwohl Black Hawk nicht daran beteiligt war, wurde dieser Handel Black-Hawk-Purchase genannt. Nach einer langen Haft wurde er im August 1833 in Fort Armstrong (Illinois) freigelassen. Zusammen mit einer Delegation unter Keokuk besuchte er 1837 Washington D. C. Es folgten eine weitere kurze Haft in Fort Monroe, Virginia, schliesslich die Freilassung und der Besuch einiger östlicher Städte, darunter Philadelphia und New York.
In dieser Zeit diktierte er einem französischen Dolmetscher seine Autobiografie, die im folgenden Jahr erschien. Als er schliesslich in Iowa in der Sauk-Reservation ankam, war Keokuk von den Behörden als Oberhäuptling der Sauk und Fox eingesetzt worden. Black Hawk war so wütend, dass er ihm seinen Lendenschurz ins Gesicht schlug. Trotzdem liess er sich auf dem von Keokuk regierten Land bei Iowaville am Des Moines River nieder. Er lebte dort mit seiner Frau Assheweque und hatte ausserdem zwei Söhne und eine Tochter. Nach einer kurzen Krankheit starb Black Hawk am 03. Oktober 1838 zu Hause. Seine Gebeine wurden wenig später aus dem Grab entnommen, zwischenzeitlich in einer Ausstellung gezeigt und sind (vermutlich) 1855 bei einem Brand vernichtet worden. Lorado Taft – ein Bildhauer – verewigte Black Hawk mit einem Heldenstandbild, welches am Rock River aufgestellt wurde. Nach ihm ist auch das Black Hawk County in Iowa benannt.
Siehe auch
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