Havasupai
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| Supai, Coconino |
Die Havasupai, auch Supai oder Coconino genannt, sind ein Yuma sprechender Indianerstamm aus der Hoka-Sprachfamilie und leben im nordwestlichen Arizona, USA. Der Name ist eine Verfremdung ihres Eigennamens Havasupaipaa und bedeutet Volk am blau-grünem Wasser. Die Walapai und Yavapai zählen zu den verwandten Stämmen, mit denen sie zusammen die Gruppe der Hochland-Yuma bilden.
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[bearbeiten] Wohngebiet
Sie bewohnen seit Jahrhunderten den Cataract Canyon, einen Seitenarm des Grand Canyon. Noch heute sind sie der isolierteste Indianerstamm in den Vereinigten Staaten. Ihre Reservation und das Dorf Supai im Havasu Canyon kann man nur zu Fuss oder auf dem Pferderücken über zwei lange Trails erreichen, die vom Rand des Canyons hinabführen. 1882 wurde die Reservation im Havasu Canyon (2 km²) für den Stamm eingerichtet. Die Havasupai verzichteten auf ein grösseres Stück Land in dem Glauben, dass mehr Grundbesitz zum Ärger mit den Amerikanern führen würde; eine winzige Reservation würde die meist landhungrigen Weißen nicht in Versuchung führen. Doch 1975 wurden dem Stamm sein altes Jagdgebiet von 185.000 Acres (748 km²) wieder zuerkannt.
[bearbeiten] Geschichte
Sie waren ursprünglich ein Zweig der Walapai, trennten sich aber im 12. Jahrhundert vom Hauptstamm, um Schutz vor möglichen Gegnern zu suchen und zogen auf den Boden des Grand Canyon. In früheren Zeiten bewohnten die Havasupai den Canyonboden nur in den Frühlings- und Sommermonaten, um ihre winzigen Gärten zu bestellen. Nach der Ernte im Herbst zogen sie in ihre Winterquartiere auf dem Plateau, wo sie Hirsche, Antilopen und Bergschafe jagten. In den Wintermonaten wurde das Flusstal kalt und dunstig, weil die steilen Canyonwände den Sonnenschein nicht hereineinließen.
Trotz ihrer Isolation hatten die Havasupai beachtlichen Kontakt zu den Hopi, mit denen sie Felle, Salz und rote mineralische Farbe gegen landwirtschaftliche Produkte, Textilien und Töpferware tauschten. Pater Francisco Garcés war der einzige Spanier, der diesen Stamm im Jahre 1776 besuchte. Pläne zur Missionierung des Stammes wurden nicht verwirklicht. Die Kontakte zu Amerikanern, die erst in den 1850er Jahren begannen, waren ebenso unbedeutend. Die isolierte Heimat der Havasupai, so scheint es, fand niemand begehrenswert.
In den 1980er- und 1990er-Jahren machten die Havasupai durch ihren Kampf gegen den Uranabbau auf ihrem Land von sich reden.
[bearbeiten] Lebensweise
Das Leben bei den Havasupai war einfach. Eine rigorose soziale und politische Organisation war für eine Gruppe von weniger als 300 Stammesmitgliedern kaum nötig. Die religiösen Aktivitäten lagen in den Händen von Medizinmännern, die das Wetter und Krankheiten beeinflussen konnten und für Erfolg bei der Jagd und dem Gartenanbau sorgten. Ein Erntetanz im Herbst war mehr eine soziale Zusammenkunft als eine religiöse Zeremonie. Das Verbrennen der Toten und die Vernichtung von deren persönlichem Eigentum (einer von mehreren bei den Yuma üblichen Bräuchen) wurde bis 1895 praktiziert, bis das Bureau of Indian Affairs diesen unzivilisierten Brauch untersagte.
Obwohl sie von dem flüchtigen Besucher oft als Shangri-la (verstecktes Paradies) bezeichnet wird, ist die Reservation für die dort Lebenden bedeutend weniger idyllisch. Die Landwirtschaft, einst die wichtigste Lebensgrundlage des Stammes, dient heute nur als Ergänzung zum auswärts verdienten Arbeitslohn. Einige Havasupai bestreiten ihren Lebensunterhalt mit dem Transport (Pferde und Mulis) und der Versorgung der wenigen Besucher ihres Canyons.
In zwei verschiedenen Techniken gefertigte Körbe (Zwirnbindung und Wulstflechttechnik) werden heute noch von den Havasupai in sehr begrenzten Mengen hergestellt.
[bearbeiten] Demografie
James Mooney schätzte die Havasupai im Jahre 1680 auf etwa 300 Angehörige. Auch 1869 wurden 300 Angehörige gezählt, während 1902 von 233, 1905 nur von 174, 1910 von 174, 1923 von 184 und 1937 von 208 Havasupai berichtet wurde. Der US-Zensus 2000 zählte 634 Angehörige, von denen 404 noch die traditionelle Stammessprache beherrschten.
[bearbeiten] Literatur
- William C. Sturtevant (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Smithsonian Institution, Washington (D.C.)
- Alfonso Ortiz (Hrsg.): Southwest Vol. 9, 1979
- Alfonso Ortiz (Hrsg.): Southwest Vol.10, 1983
[bearbeiten] Weblinks
[bearbeiten] Siehe auch
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