Mestize
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Der Begriff Mestize (spanisch: mestizo; spätlateinisch: mixticus für Mischling) bezeichnet vor allem in Lateinamerika die Abkömmlinge europäisch-indianischer Eltern, in Zentralamerika auch Ladino und in Brasilien Mameluco genannt.
In der Praxis werden mit diesem Begriff aber auch Mitglieder entsprechender Mischkulturen bezeichnet. Im Gegensatz zu den Mulatten galten Nachkommen von Indianern nach drei Generationen von Heiraten mit Europäern als Weisse. Mit Mestizisierung (spanisch: mestizaje) wird im Kontext der Sozialgeschichte Lateinamerikas der Prozess bezeichnet, in dem nach der Zerstörung ihrer traditionellen Kultur, die Nachfahren präkolumbischer Bevölkerungen in die Unterschichten der kolonialen und postkolonialen Gesellschaft eingegliedert wurden. Die französischsprachigen Métis, eine europäisch-indianische Kultur, besitzen in Kanada einen gesetzlichen Status, der dem der indianischen Bevölkerung vergleichbar ist.
In vielen süd- und mittelamerikanischen Ländern stellen Mestizen die Bevölkerungsmehrheit (60 % in Mexiko) oder grosse Anteile an der Bevölkerung (40 % in Belize, Guatemala). Die Mehrzahl der Mestizen spricht die Sprache der jeweiligen ehemaligen spanischen oder portugiesischen Kolonialherren.
Der Begriff Mestize wird auch in Indonesien verwendet, dort werden die Mischlinge von Malaien und Europäern so bezeichnet.
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