Hupacasath

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Wohngebiet
Traditionelles Stammesgebiet der Hupacasath und heutige Reservate.
Traditionelles Stammesgebiet der Hupacasath und heutige Reservate.
Systematik
Kulturareal: Nordwestküste
Sprachfamilie: Wakash-Sprachen
Sprache: Südliches Wakash
Stammesgruppe: Nuu-chah-nulth
Stamm, Volk: Hupacasath
Synonyme
Opetchesaht

Die Hupacasath (früher auch Opetchesaht) nennen sich Hupacasath First Nation. Sie sind nordamerikanische Indianer und leben um Port Alberni auf der Vancouver-Insel, das vor der Westküste Kanadas liegt. Sie sprechen Wakash und gehören zu den Nuu-chah-nulth. Gegenüber der kanadischen Regierung werden sie vor allem durch den Nuu-chah-nulth Tribal Council vertreten.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Gebietsanspruch

Die Hupacasath beanspruchen das Gebiet um das Ash- und das Elsie-River-System im Nordwesten, ostwärts bis zur Beaufort Range, dann südostwärts bis zum Mount Arrowsmith und zum Labour Day Lake sowie zum Cameron River. Dazu gehören auch der China Creek, der Franklin River, der Corrigan Creek und der Nordteil des Coleman-Creek-Gebiets. Die Südgrenze folgt dem Alberni Inlet zum Handy Creek, dann nordwestwärts zu den Höhen zwischen Henderson Lake und Nahmint Lake. Die Westgrenze bildet das Mündungsgebiet des Sproat Lake und das Gebiet um den Great Central Lake. Die Gesamtfläche beträgt etwa 2320 km². Dennoch wird dieses Gebiet nicht als ausschliesslicher Besitz der Hupacasath betrachtet, wenn andere First Nations nachweisbare Ansprüche haben. Das gilt vor allem für den Anteil am pazifischen Gebiet. Highway 4, die Haupt-Westostroute auf der mittleren Vancouver-Insel verläuft durch Hupacasath-Gebiet.

[bearbeiten] Reservate

Die Hupacasath verteilen sich auf 5 Reservate, von denen nur die ersten beiden bewohnt sind: Ahahswinis 1 (37 ha), Klehkoot 2 (116 ha), Cous 3 (53 ha), Chuchakacook 4 (2 ha), und Nettle Island 5 (10 ha). Hauptreservat ist Ahahswinis, das auf dem Verwaltungsgebiet der Stadt Port Alberni liegt. Klehkoot liegt 2,2 km westlich der Stadt. Während Nettle Island zum Pacific Rim National Park gehört, liegen die beiden übrigen Reservate 20 und 30 km südlich von Port Alberni.

2001 lebten 127 Hupacasath im Reservat, davon 113 in Ahahswinis und 14 in Klehkoot). Insgesamt betrachten sich etwa 230 Menschen als Angehörige dieser First Nation. Da ihre Zahl relativ schnell wächst, ist absehbar, dass in wenigen Jahren die Reservate zu klein sein werden.

[bearbeiten] Politische Situation

Wie andere First Nations, so fordern auch die Hupacasath ihr ursprüngliches Gebiet zurück. Ausserdem versuchen sie ein eigenständiges Regierungs- und Verwaltungssystem zu entwickeln, gehen aber bisher nicht so weit, wie etwa die Tla-o-qui-aht, die eine Rückkehr zum traditionellen Herrschaftssystem begonnen haben. Zu diesem Zweck entwickeln die Hupacasath derzeit ein Handbuch.

Grundsätzlich hat der Stamm sein Gebiet in 29 Regionen unterteilt, die drei Kategorien zugeordnet werden: kulturell wichtige Gebiete, natürliche Ressourcen, derzeitige Nutzungen, wie Gebäude, Strassen usw. Jedem der 29 Gebiete werden nun Ziele zugeordnet, wobei einige jedem wirtschaftlichen Zugriff, ausser sehr zurückhaltendem Tourismus, entzogen werden sollen.[1] Andere sollen weiterhin einer behutsamen Holzindustrie dienen, dazu kommen Einnahmen aus dem Tourismus.

Ende 2005 wurde zudem das China Creek Project abgeschlossen, ein Wasserkraftwerk, das Strom für 6.000 Haushalte (ca. 6,5 MW) liefert. Dazu wurde Upnit gegründet, eine Gesellschaft, an der die Hupacasath 72,3% halten. Ucluelet First Nations hält 10%, dazu kommt die in Vancouver ansässige Synex Energy mit 12.5%, schliesslich Port Alberni mit 5%.

2006 begann die Wiederherstellung des Ash River, um dort wieder Lachs anzusiedeln. Auch der Elsie Lake soll auf diese Art nach den Verlusten durch Holzeinschlag und den Bau eines Damms durch BC Hydro wieder als natürliche Ressource schonend genutzt werden.

Noch im selben Jahr forderte der Oberste Gerichtshof die kanadische Regierung auf, Beratungen "von Regierung zu Regierung" (from government to government) mit den Hupacasath aufzunehmen. Die grossen Holzfällergesellschaften hatten 2004 versucht, ohne Rechtsgrundlage beinahe 700 km² Waldgebiet abzuholzen. Ohne Beratungen mit den First Nations darf so nicht mehr verfahren werden.

Ende März 2007 unterzeichnete die kanadische Regierung und die der Hupacasath ein Abkommen, das die Ansprüche der First Nation im Grundsatz anerkennt. Ausserdem fand sich die kanadische Regierung dazu bereit, den begonnenen Entwicklungsweg auch mit Geldmitteln zu unterstützen.[2]

Im September 2007 gab die Regierung die Unterstützung für das Tsu-ma-as Transformation Centre bekannt, in dem die Kultur und Geschichte der First Nations um Port Alberni dokumentiert, unterrichtet und publiziert werden soll.[3]

[bearbeiten] Erhalt der Sprache

2006 sprachen nur noch fünf Hupacasath ihren Dialekt, einige andere verstanden die Sprache. Jessie Hamilton (geb. 1923) dokumentiert seit Jahren die Hupacasath-Sprache. Dazu gehören Bücher, Videoaufnahmen und Tonbänder. Ausserdem entwickelte sie ein Curriculum zum Erlernen der Sprache. Sie war als Tochter des Erbhäuptlings Dan Watts einer der ersten weiblichen Häuptlinge. Sie gilt als grösste Kennerin der Geschichte, der Ortsnamen, der Rituale ihres Stammes. Seit wenigen Monaten gibt es ein Kinderbuch in ihrer Sprache (s. Literatur).

[bearbeiten] Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

[bearbeiten] Literatur

  • Hupacasath First Nation (Hrsg.): What the Hupacasath Did During the Four Seasons: How They Worked on Getting Food and Tools Made From Bones. Trafford Publishing Februar 2007, 32 S., in Nuu-chah-nulth-Sprache und Englisch; illustriertes Kinderbuch ISBN 1-4251-0455-X

[bearbeiten] Weblinks

Offizielle Homepage der Hupacasath: [4]

[bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eine auf der Stammeshomepage befindliche Karte zeigt die Gebiete und ihre Nutzungen: [1] Dort findet sich auch eine interaktive Karte.
  2. Die Nachricht auf der Regierungssite: [2].
  3. Der Beschluss findet sich hier: [3].

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hupacasath aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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