Potlatch

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Ein Potlatch (auch Potlach oder Potlatsch) ist ein Fest, bei dem in ritueller Weise Geschenke verteilt werden. Das Wort Potlatch bedeutet "geben" und kommt aus der Sprache der Chinook-Indianer.

Bei einem Potlatch verteilt der Gastgeber Geschenke an die Gäste in der Hoffnung, nach einiger Zeit Gegengaben zu erhalten. Die verteilten Geschenke sollen dabei den Reichtum des Gastgebers demonstrieren und sein soziales Prestige erhöhen. Auf diese Weise wurden Potlatchs bei den Indianern an der nördlichen Pazifikküste, auf Melanesien und in der Südsee zu einer treibenden Kraft für die Entwicklung eines herausragenden Kunsthandwerks, denn die Geschenke mussten stets höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Das Potlach war zugleich eine Form des sozialen Ausgleichs, denn es verhinderte, dass die Reichen allzu reich und die Armen allzu arm wurden.

Durch Handelsbeziehungen zu europäischen Händlern kam es zu einem Anstieg des Reichtums und somit zu einem immer grösseren Wettbewerbs bei den Potlatchs, da die Beschenkten stets versuchten, mit immer grösseren Gegengaben ihre Überlegenheit zu demonstrieren, auch wenn sie sich dabei ruinierten. Die kanadische Regierung verbot daher 1884 die Veranstaltung von Potlatchs.

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