Sihasapa
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| Blackfeet-Lakota |
Die Sihasapa sind ein nordamerikanischer Indianerstamm und gehören zu den Lakota aus der Sioux-Sprachfamilie. Der Name Sihasapa ist das Lakotawort für Blackfeet (Schwarzfüsse), weil sie dunkle Mokassins trugen. Die Blackfeet-Sioux sind nicht mit den Blackfoot zu verwechseln, die zu den Algonkin gehören und deren Stammesgebiet weiter nördlich war. In der Algonkin-Sprache heissen diese Siksika, das ebenfalls Blackfeet bedeutet und häufig zu Konfusionen führt.
Die Sihasapa bilden einen von sieben Lakota-Stämmen, während die anderen sechs Stämme aus den Brulé, Hunkpapa, Minneconjou, Oglala, Sans Arc und Two Kettles bestehen. Ihr früheres Stammesgebiet lag im nordwestlichen South Dakota, wo sie wie fast alle Indianer auf den Grossen Ebenen von der Büffeljagd lebten und in Tipis wohnten.
Die Lakota lebten jahrhundertelang in den Prärien des westlichen heutigen Minnesotas. Im 18. Jahrhundert zogen sie nach Westen und überquerten den Missouri. Nahezu zeitgleich gelangten sie durch französische und englische Händler zu Gewehren und durch ihre südlichen Nachbarn zu Pferden. Es war eine Zeit grossen kulturellen Wechsels, während europäische Krankheiten und Kriege die Gruppen dezimierten. Die Sihasapa bildeten noch um 1800 mit den Minneconjou, Sans Arc, Two Kettles und Hunkpapa eine als Saone bezeichnete Abteilung der Lakota, die nach dem Überschreiten des Missouri zerfiel.
Erstmals wurden die Sihasapa von George Catlin in seinen Aufzeichnungen aus der Zeit zwischen 1832 und 1839 erwähnt, als er sich bei den Stämmen in den nördlichen Grossen Ebenen aufhielt. Zu dieser Zeit schlugen sie ihre Lager am Moreau, Cannonball, Heart und Grand River auf, häufig gemeinsam mit Gruppen aus anderen Lakotastämmen, wie den Hunkpapa und Sans Arc. Die Sihasapa, Hunkpapa und Sans Arc bewohnten nahezu das gleiche Gebiet, das sich im Norden bis zum Little Missouri und im Süden bis zum Cheyenne River ausdehnte.[1]
Ein bekannter Häuptling der Sihasapa war Mato Watakpe oder John Grass (* um 1835; † 1918), einer der bedeutendsten Führer des Stammes. In seinen letzten Lebensjahren war John Grass Oberrichter am indianischen Gerichtshof in der Standing Rock Reservation. 1880 gab er dem Ethnologen James Owen Dorsey ein Interview, in dem er über die soziale und politische Struktur seines Stammes berichtete. Er sprach von sechs Gruppen (Bands), die aus mehreren grossen, bis zu 60 Mitgliedern zählenden, Familien bestanden, deren Angehörige durch Blut, Heirat und Adoption miteinander verbunden waren. Die meiste Zeit des Jahres verbrachten diese Gruppen einzeln in Lagern, doch im Sommer versammelten sie sich in grösseren Dörfern, um den Büffel zu jagen und den Sonnentanz zu zelebrieren. Die Tipis waren in einem grossen Kreis aufgebaut, der Lagerkreis genannt wurde. Es gab eine feste Ordnung, in dem jede Gruppe und Familie ihren bestimmten Platz hatte. Der Lagerkreis bestand aus einem meist gegen Osten offenen grossen C-förmigen Ring, der bei etwa 1.000 Tipis bis zu vier Reihen tief war und einen Kreis von etwa 2 km im Durchmesser bildete. Besonders ehrenvoll waren bestimmte Plätze im Kreis, wie die Hörner, so wurden die beiden Flanken rechts und links des Eingangs oder Tiyopa genannt. Der Platz des Häuptlingstipis war in der Mitte des Kreises gegenüber dem Eingang. Laut John Grass gab es bei den Sihasapa die folgende Ordnung, wobei Gruppe 1 das südliche Horn bildete und dann entsprechend des Sonnenlaufs weiter bis zur Gruppe 6 am nördlichen Horn:
1. Sihasapa Hkcha 2. Kangishun Pegnake 3. Glaglahecha 4. Wazhazha 5. Hohe 6. Wamnuga Owin[2]
Heute sind die Nachkommen der Sihasapa hauptsächlich in der Cheyenne River und der Standing Rock Reservation in South Dakota anzutreffen. Pierre-Jean de Smet schätzte ihre Bevölkerungszahl 1843 auf 1.500 Stammesangeörige, während das Bureau of Indian Affairs 1878 814 Sihasapa zählte. Heute findet man keine separaten Zahlen mehr über die Gesamtbevölkerung der Sihasapa.
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Einzelnachweise
Siehe auch
Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Literatur
- Raymond J. DeMallie (Hrsg.): Handbook of North American Indians. Bd. 13: Plains. Smithsonian Institution Press, Washington D.C. 2001. ISBN 0-16-050400-7
Weblinks
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